Hier hat sich einmal mehr gezeigt, dass es im Web nicht mehr um das Finden, sondern das Abholen von Informationen geht. Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob es nicht ein soziales Netzwerk für Literatur gibt, in dem es möglich ist, seine eigene Büchersammlung aufzubauen und die Literaturlisten anderer zu sehen, die ähnliche Interessen haben. Die Suche brachte keine zufriedenstellenden Ergebnisse, wohl aber die Lektüre meines Feed-Readers, die in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen war.

Peter Baumgartner berichtet von Librarything, einem Netzwerk, dass genau diese Anforderungen erfüllt. Es ist möglich:

  • Bücher sehr leicht über die Eingabe der ISBN, des Autorennamens oder des Titels einzustellen,
  • aufgrund der zahlreichen Quellen auch eher unbekannte Titel, größtenteils mit Umschlagbild zu finden,
  • Tags zu vergeben und so eine thematische Einordnung der Titel vorzunehmen,
  • Bibliotheken anderer Nutzer zu sehen, die den gleichen Titel eingestellt haben und deren weitere Bücher aufzurufen, um so weitere Literaturempfehlungen zu erhalten und
  • ein Widget in die eigene Webpräsenz einzubauen (folgt auch hier in Kürze).

Ich bin auf den ersten Blick begeistert und gehe davon aus, dass sich dieser Eindruck bestätigt. Zwar gibt es solche Funktionen schon in sozialen Netzwerken wie Facebook, doch sind sie dort eine von vielen Ergänzungen der eigenen Profilseite, die nicht von alle Nutzern gepflegt werden. Librarything konzentriert sich ausschließlich auf den Austausch über Literatur und ist deshalb ein wertvolles Instrument wissenschaftlichen Arbeitens.

Wie Dennis sagen würde, handelt es sich wie üblich um eine Bananen-Anwendung (reift beim Kunden), weshalb ich davon ausgehe, dass fehlende Funktionen, wie die Markierung einzelner Titel als privat demnächst ergänzt werden. Wer mit dem Gedanken spielt, Librarything als einzige Literaturverwaltung zu nutzen, sei noch darauf hingewiesen, dass die freie Version auf 200 Einträge limitiert ist, danach ist eine Abogebühr von 7€ im Jahr oder 17€ für ein Leben lang fällig.