Second Life als Element einer persönlichen Lernumgebung
Geschrieben von André Mersch am 12. Juni 2008
Vor zwei Wochen habe ich im Rahmen des virtuellen Weiterbildungsforums unseres Projekts E-Learning 3D einen Vortrag zum Thema Second-Life als Element einer Persönlichen Lernumgebung gehalten, zu dem jetzt eine Kurzfassung als Video zur Verfügung steht.
In dem Vortrag beziehe ich mich auf mein schon an anderer Stelle beschriebenes, bisher noch rudimentäres Modell einer Persönlichen Lernumgebung (Personal Learning Environment – PLE). Bis auf weiteres folge ich dabei der Definition von Mark van Harmelen derzufolge
PLE Systeme sind, die Lernen helfen, Kontrolle über ihr Lernen auszuüben und es zu gestalten. Sie unterstützen den Lerner:
- seine eigenen Lernziele zu setzen
- Inhalt und Prozess des Lernens zu gestalten
- mit anderen im Prozess des Lernens zu kommunizieren und dabei Lernziele zu erreichen.
Eine PLE kann aus einem oder mehreren Subsystemen zusammengesetzt sein: Als solches kann es eine Desktopanwendung oder aus verschiedenen Web-Anwendungen zusammengesetzt sein. (Mark van Harmelen 2008)
Unter Systemen ist dabei meines Erachtens nicht zu verstehen, dass PLE in sich geschlossene Programme
sind, sondern den individuellen Bedürfnissen der Lernenden folgend aus vielen Anwendungen bestehen können. In einem etwas anderen Zusammenhang hat Jay Cross den Vergleich zwischen einem Taschenmesser und einem Werkzeugkasten gerpägt, der mir hier passend erscheint. Eine Persönliche Lernumgebung ist ein Konzept, dass sich durch viele voneinander unabhängige, frei kombinierbare Instrumente umsetzen lässt.
Im Zentrum des Vortrags stand Second-Life als ein möglicher Bestandteil von PLE. Multi-User- Virtual- Environments (MUVE) wie Second-Life eignen sich in diesem Zusammenhang besonders für den Einsatz in kooperativen Lernprozessen. Die dreidimensionale virtuelle Umgebung schafft einen gemeinsamen Raumkontext, in dem der entscheidende Vorteil bspw. gegenüber Videokonferenzen liegt. Die Beteiligten haben die Möglichkeit, sich gleichzeitig an einem Ort aufzuhalten und das Gleiche zu sehen, ohne sich umständlich über das Zusenden von URLs abstimmen zu müssen. Durch den Prozess der Immersion, dass Eintauchen in den gemeinsamen Raumzusammenhang, kann so intensive Zusammenarbeit stattfinden. Der Einsatz von MUVEs wie Second-Life ist vor allem dann sinnvoll, wenn örtlich weit voneinander entfernte Personen beteiligt sind.
In der anschließenden Diskussion wurde neben diesen Vorteilen herausgestellt, dass die Hürden für die Benutzung von MUVEs recht hoch sind. Bei der Einbindung in gemeinsames Lernen ist außerdem zu beachten, dass es technisch aufwendig ist, Zonen zu schaffen, in denen nicht jeder mithören kann, die Datensicherheit also nicht automatisch gegeben ist.
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5 Kommentare »
am 20. Juni 2008 um 17:38 1.Universit schrieb …
[...] Um das eigene Lernen – allein oder in Gruppen – zu gestalten, gibt es viele M
am 20. September 2008 um 14:40 2.Universit schrieb …
[...] Dschungel der Alternativen. Der Leitgedanke ist dabei die Unterst
am 30. Januar 2009 um 10:47 3.Ruben schrieb …
Ich kann bei diesem Thema eigentlich nur den Kopf schütteln. Ich denke, wir leben in der Realität und nicht im Internet? Ich kann es nicht verstehen, wie sich Menschen dort ein anderes Leben aufbauen können. Bei mir hört es da wirklich auf. Ich finde, man sollte versuchen in der Realität zu leben und dort auch sein Geld zu verdienen und nicht in einer Traumwelt leben. Denn mehr ist das nicht für mich. Ein kleines Spiel. Leider sehen das viele Menschen anders.
PS: Ja ich weiß dass man damit auch etwas Geld verdienen kann. Aber trotzdem ist es für mich nicht nachzuvollziehen.
am 1. Februar 2009 um 11:10 4.Harmelen | Seite 3 schrieb …
[...] lernenzweinull» Blogarchiv » Second Life als Element einer persönlichen Lernumgebung … der Definition von Mark van Harmelen derzufolge PLE Systeme sind, die … Anwendungen zusammengesetzt sein. ( Mark van Harmelen 2008 ) Unter Systemen ist dabei … http://lernenzweinull.de/2008/06/12/second-life-als-element-einer-persoenlichen-lernumgebung/ [...]
am 3. Februar 2009 um 12:27 5.Zinthirius schrieb …
@Ruben
Ich glaube einfach das Du viele der Möglichkeiten bei deiner Betrachtung außer Acht lässt. Durch das digitale Medium geht es ja nicht darum eine parallele Welt zu schaffe, sondern vielmehr einen Raum zu erzeugen, der in der Realität nur schwer zu erschaffen ist: einen Raum an dem unterschiedlichste Menschen, von den unterschiedlichsten Orten, zeitgleich und mit sehr geringen persönlichen Kosten zusammen kommen können um gemeinsam (Bildungs-)Erlebnisse zu gestalten.