„Hello, human.“ ist die Reaktion der im Moment gehypten Suchmachine Wolfram Alpha auf die Eingabe „Hello“. Da ist er also endlich, der Geist aus der Maschine, der uns das Leben leichter macht. Kein langes gedankliches Forschen nach dem passenden Suchbegriff mehr, einfach frank und frei raus mit der passenden Frage und zack, weiß ich, was ich wissen kann.

Natürlich ist es ganz so komfortabel dann doch noch nicht. Auf die ohne Zweifel wichtige Frage „Who is Andre Mersch?“, weiß der Dienst beispielsweise keine direkte Antwort, aber – und jetzt wird es spannend – die Suchmaschine generiert eine ansehnliche Sammlung von Informationen zu dem Namen Andre. So weiß ich jetzt bspw., dass es ca. 103115 Menschen gibt, die meinen Namen tragen und ein Mensch aus 2270 Andre heißt und noch einiges mehr – das ist neu. Beeindruckende Ergebnisse liefern z.B. auch die Fragen „How will the weather be tommorrow?“ und die Eingabe des Stadtnamens Bielefeld.

Das Thema semantische Suche und Semantic Web allgemein liegen momentan im Trend. Die Liste der Applikationen, die versuchen, den eingegebenen Informationen Bedeutung beizumessen, wird immer länger. Open Calais bspw. ist eine von der Nachrichtenagentur Reuters angebotene, semantische Suchmaschine. Evri und hakia erzeugen bei Suchanfragen ein Portfolio zu dem eingegebenen Begriff, eyePlorer gibt ein Netzwerk von Ergebnissen aus. Twine ist ein soziales Netzwerk, dass die Interessen der Nutzer semantisch verknüpft und faviki verfolgt das Ziel des Social Tagging, also der Standardisierung von Schlagworten um passendere Suchergebnisse zu erzeugen. Topicle bietet die Möglichkeit, sich seine eigene Suchmaschine zu bauen, die dann  von anderen Nutzern verwendet und angereichert werden kann. So bin ich in der Lage, nur ausgewählte Websites zu durchsuchen.

Nicht zuletzt Google versieht seine Suche mit den neuen Funktionen „Google Squared“ und „Rich Snippets“, die Suchergebnisse nicht mehr nur aufgrund des auftauchenden Suchbegriffs und des Pageranks erzeugen, sondern die Bedeutung der Suchanfrage wiederzugeben versuchen. Wie in dem gezeigten Beispiel von Marissa Meyer erzeugt die Suche nach „small dogs“ eine Liste kleiner Hunderassen.

Auch, wenn wir erst am Beginn der Entwicklung dieser Technologien stehen, eröffnen sie bereits einige Potenziale zum Einsatz in Lernprozessen, an deren Beginn ja häufig die Verwendung von Suchmaschinen steht. Die bedeutsame Aufbereitung von Suchergebnissen und vor allem die Integration sozial erzeugter Verknüpfungen und Bewertungen werden einen immer strukturierteren Zugriff auf Informationen möglich machen.

Abgesehen von den neueren Entwicklungen im Bereich der Internet-Suche seien hier noch einige bewährte Instrumente erwähnt. So z.B. keyboardr, dass durch seine Übersichtlichkeit und leichte Bedienbarkeit besticht, sowie Metager2, eine – wie der Name bereits vermuten lässt –  Metasuchmaschine, die Ergebnisse vieler Suchmaschinenanbieter integriert und sich bei der Speicherung von Nutzerdaten angenehm vom Datenkraken Google unterscheidet. Metager taucht auch in dieser umfangreichen Suchmaschinen-  und Web-Directory-Liste der Universitätsbibliothek Bielefeld auf, die Teil eines hilfreichen Suchmaschinen-Tutorials ist.