wissenswert_200812bAuf lernenzweinull hat sich Sascha dem Thema Microblogging hier bereits sehr ausführlich angenommen, weshalb ich mich im Folgenden, als Antwort auf die Frage des Wissenswert Blog Carnival Nr. 5, auf meine Motivation der Twitter-Nutzung beschränke.

Bei meinem zentralen Argument für die Nutzung von Twitter halte ich mich an Sascha Lobo: TwitterTwitterPopitter! Oder um es mit commoncraft zu sagen: Sixtus is the old way – buhh!, Lobo is the new, effective way – yeah! Wenngleich Lobos griesgrämiger Widerpart Sixtus an anderer Stelle dem Gegenstand ungleich elaborierter begegnet.

Mein erster Zugang zu Twitter war von dem Wunsch geprägt, schnell Neuigkeiten kommunizieren zu  können, ohne einen ganzen Blogbeitrag dazu zu schreiben. Das funktioniert prima. Neuigkeiten bezog sich dabei von Anfang an auf Dinge, die ich auch hier auf dem Blog veröffentlichen würde. Statusmeldungen über Wetter und Gemütslage waren nie die Motivation meines Zwitscherns. Glücklicherweise fanden sich schnell Twitternutzer, darunter viele Kolleginnen und Kollegen, die den Dienst in der gleichen Weise nutzen.

Auf dem Laufenden bleiben

Deshalb ist Twitter zu einem festen Bestandteil meiner Informationsinfrastruktur geworden. Neben Feedreader, Newslettern und Online-Magazinen ergänzt Twitter den Nachrichtenmix um Echtzeitinformationen. Durch die Häufung von Tweets und Retweets lassen sich dabei Kernthemen schnell identifizieren. Es ist auch möglich, schlicht schnell wichtige Sachverhalte zu recherchieren. Als z.B. vor einigen Wochen gmail für Stunden down war. Bei  über 100 Tweets mit Abwandlungen der Frage „Ist gmail down oder bin ich das?“ in der Twittersuche pro zehn Sekunden, musste ich mir diese Frage nicht mehr stellen. Das änderte nichts an dem großen Ärger und dem Bewusstsein zu großer Abhängigkeit, erzeugte aber das gute Gefühl, wenigstens nicht allein mit dem Problem zu sein.

Andere informieren

Neben den wertvollen Hinweisen, die ich täglich über Twitter erhalte, eignet es sich hervorragend um neu Entdecktes schnell unters Volk zu bringen. Hinweise auf eigene Blogbebiträge, Links zu gerade neu gestarteten Web 2.0-Tools und Retweets funktionieren als „Sozialkitt“ (Lobo) und führen nicht zuletzt zu einem Gewinn an persönlicher Reputation. Beeindruckendes Beispiel für die Breitenwirkung u.a. von Twitter ist die erfolgreichste ePetition des Deutschen Bundestages.

Einsatz in Lehr- Lernveranstaltungen testen

Für die Zukunft schaue ich mit besonderer Spannung auf die Möglichkeiten des Microblogging-Einsatzes in Lehr- Lernprozessen. Beispiele wie dieses zeigen das enorme Potential, das Dienste wie Twitter für die hochschulische Lehre darstellen. Besonders in Blended-Learning-Szenarien scheint mir ein Einsatz sinnvoll. Ein Einsatz in meinem aktuellen Seminar zeigt noch verhaltenen Anklang, das Interesse für den Austausch in 140 Zeichen ist jedoch geweckt.