[singlepic id=32 w=200 h=133 float=left]

Das Educamp in Hamburg liegt nun schon fast eine Woche hinter uns und eine Menge wurde bereits dazu geschrieben. Im Folgenden gehe ich weniger auf einzelne inhaltliche Punkte ein, sondern schildere, warum mein erstes Educamp die für mich spannendste Tagung der letzten Monate war (WissensWert Blog Carnival Nr. 11 ). Dazu kamen mir folgende 7 Punkte in den Sinn.

1. Festes Schuhwerk
In Hamburg schneit es nie und wenn doch bleibt nichts liegen, hört man von vielen Hamburgern – falsch! Die Alster war seit 13 Jahren nicht gefroren. In diesem Jahr jedoch schon, also war schliddern angesagt. Einige Teilnehmer des ersten Educamps in Hamburg bekamen das schmerzhaft zu spüren – auf vier Stürze brachte es der Rekordhalter.

2. Technoset
Kein Barcamp ohne Netzzugang. Leider gelang es nicht die Endgeräte aller Teilnehmenden auf einem Haufen zu fotografieren, das wäre sicher eine ansehnliche Ansammlung von Netbooks, Laptops und Smartphones gewesen. Die Twitterwall war stets in Bewegung (über 3000 Tweets) und das Hashtag #ec10hh sicher unter den populärsten an den zwei Tagen der Veranstaltung.

3. Es ist Dein erstes Barcamp – biete eine Session an!
Das ist Pflicht (naja fasst). Auf meinem ersten Barcamp hatte ich mir zwar zusammen mit Dennis vorgenommen, ein Angebot am zweiten Tag zu machen, musste aber feststellen, dass unser Thema überrepräsentiert war, so dass wir uns auf engagierte Teilnahme beschränkt haben.

4. Triff Entscheidungen – Selbstbestimmung als Prinzip!
Die Barcamp-Prinzipien kamen mir ziemlich bekannt vor. Sie sind verwandt mit den Leitlinien des Open Space. D.h. es gab keinen vorgefassten, eingleisigen Sessioonplan  durch den man sich treiben lassen konnte. Nach jeder Veranstaltung musste entschieden werden, wie es weitergeht – und manchmal auch mitten in einer Session. Verlief das Gespräch nicht wie erwartet, gab es die Möglichkeit einen der anderen interessanten Tracks zu verfolgen. Das hat Vor- und Nachteile. Das Ergebnis des jeweiligen Verhaltens bewegt sich auf einem Kontinuum zwischen intensiver Beschäftigung mit einzelnen Aspekten und breiter, oberflächlicherer Wahrnehmung vieler Informationen.

5. Multitasking-Overkill – Open Space 2.0
Session auswählen, aktiv teilnehmen, zeitgleich Twitter beschicken, schauen, wer alles interessantes im Raum sitzt und interessante Dinge sagt, in diversen Netzwerken Kontaktangebote unterbreiten und annehmen, die gefallenen Schlagworte durch Zotero und Lesezeichenverwaltung schicken, weil im Hinterkopf ein wichtiger Aspekt zum Thema anklopft und raus will, ein kurzer Chat mit zu Hause Gebliebenen und Hinweise auf die Livestreams aller Sessions, achja, die waren ja dann bei nicht so interessantem Verlauf aufrufbar um zu sondieren, wohin sich der Wechsel lohnt, zwischendrin Maileingang prüfen und die ein oder andere Anfrage bearbeiten, damit es Montag nicht zu viel wird.

6. Content, Content, con tent?!
Nein, ein Zelt hatten wir nicht dabei, aber Schlafsack und Isomatte erregten doch Aufmerksamkeit und die Vermutung, dass wir im Unipark genächtigt hätten.

Neben der Organisation kam auch der Inhalt nicht zu kurz. Die mediale Vernetzung und das ungewöhnliche Format könnten vermuten lassen, dass der Prozess der Tagung alles dominierte und so der inhaltliche Austausch in den Hintergrund trat. Tatsächlich hatten die Sessions ganz unterschiedliche Niveaus. Wurden bei einem Thema die Teilnehmenden aufgrund der Reflexionstiefe beinahe abgehängt, wurden andere Diskussionen auf so allgemeinem Level geführt, dass es schon fast ein wenig ärgerlich war. Die meisten Angebote jedoch spielten sich in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen ab, so dass es viele neue Aspekte und unterschiedliche Perspektiven gab.

7. Net(t)work – die Institutionalisierung der Kaffeepause

„It is commonplace to observe that the only valuable parts of an academic conference are the informal sessions.“

(Laurillard, Diana 2002: Rethinking University Teaching – a Framework for the Effective Use of Learning Technologies. London und New York, 2. Ausgabe, S. 93)

Darum ging es in erster Linie, das war klar und diesen Anspruch konnte das 5. deutschsprachige Educamp auch voll und ganz einlösen. Anders, als auf traditionellen Kongressen gab es ausführliche Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch, in- und außerhalb der Sessions – das worum es auf Konferenzen eigentlich gehen sollte, stand im  Mittelpunkt.

Wer mag, erweitert die Liste in den Kommentaren.