“4 vor Feierabend”: Webkonferenz, Lerninfrastruktur, Powerpoint-Schimpfe, Open Access und Torrent-Technik
Geschrieben von Jörg Heeren am 30. April 2010
Das Studierenden-Portal StudiVZ ist seit wenigen Tagen mit einer neuen Anwendung ausgestattet: dem Konferenzkasten. Zur Verfügung gestellt wird das kostenlose Angebot von Netviewer, dem nach eigener Aussage “führenden europäischen Anbieter für Web-Collaboration”. Für die Nutzung des Konferenzkastens muss die Anwendung zunächst heruntergeladen und installiert werden. Danach sind Konferenzen (Video und VoIP) mit bis zu zehn Teilnehmern möglich. Integriert sind eine Chat-Funktion, die Datenaustausch per Drag & Drop erlaubt, ebenfalls gibt es die Funktion, den Inhalt des Bildschirms anderer Teilnehmer einzusehen. Einen kleinen Kritikpunkt hält e-teaching.org fest: “Bei dem relativ neuen Werkzeug stellt sich zudem das Problem, dass man nur Personen zu einer eigenen Veranstaltung einladen kann, die die Kasten-Application im StudiVZ aktiviert und die dazugehörige Netviewer-Anwendung bereits installiert haben.” Der Konferenzkasten kann von StudiVZ aus über den Button “Meine Apps und Dienste” aktiviert werden.
Call for Papers: Thema “Lerninfrastruktur an Schulen”
Im Rahmen der 8. e-Learning Fachtagung Informatik – DeLFI 2010 findet ein Workshop zu dem Thema “Lerninfrastruktur an Schulen” statt. Wer der Meinung ist, seine Praxis- bzw Forschungserfahrung könnte dort wertvolle Impulse beisteuer, hat Gelegenheit seinen Vorschlag für einen Beitrag bis zum 15. Juni 2010 einzureichen. Themenschwerpunkte des Workshops sind u.a. “Lernplattformen, Web 2.0 und digitale Werkzeuge” und “Curriculum-Entwicklung” (mit Blick auf Mediennutzung).
Elisabeth Bumiller von der New York Times meckert bzw. lässt über Microsofts Powerpoint meckern. Sie guckt dabei nicht auf Lerner, sondern auf die US-Armee und ihre Kommandeure, die die Anwendung häufig für ihre Lagebesprechungen zu Afghanistan nutzen. “PowerPoint has crept into the daily lives of military commanders and reached the level of near obsession”, schreibt Cooper. Nachwuchsoffiziere seien als “Powerpoint Ranger” verschrien und Kommandeure sorgen sich “that behind all the PowerPoint jokes are serious concerns that the program stifles discussion, critical thinking and thoughtful decision-making”. George Siemens von Elearnspace greift das Thema auf und kostatiert: “the problem with PowerPoint is that it reduces complexity to bullet points”. Seth Godin spitzt zu: “Guns don’t kill people, bullets do.” Er kritisiert, dass Spiegelpunkte in den Präsentationen eine vermeintliche Objektivität erzeugen: “They define the scope of the issue, even if they are wrong”. Seine Kritik an Powerpoint hat Godin schon vor einigen Jahren ausführlich aufgeschrieben.
Forschungsdaten via Torrent-Technik austauschen
BioTorrents heißt eine neue Website, die es (Natur-)Wissenschaftlern erlaubt, ihre Daten über mit schleunigem Tempo über ein Peer-to-Peer-System zur Verfügung zu stellen. Die Website wurde jetzt von der University of California in der Open-Access-Zeitschrift PLoS ONE vorgestellt. Für wissenschaftliche Aufsätze ist das Angebot weniger interessant, weil sich die Größer solcher PDF meist im einstelligen Megabyte-Bereich und darunter bewegt. Das Angebot ist gedacht für den Austausch großer Datensätze, wie sie u.a. von Biologen in ihren Erhebungen und Experimenten produziert werden, und die im Sinne des Open Access zur Auswertung zur Verfügung gestellt werden sollen. Morgan G. I. Langille und Jonathan A. Eisen schreiben in ihrem Artikel “BioTorrents: A File Sharing Service for Scientific Data” ausführlich über Sinn und Nutzen des Projekts.
Moodle: The free online learning platform
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