In der Schule bekritzelten wir noch munter kleine Karteikärtchen mit Englischvokabeln oder kauften gleich das fertige Komplettpaket vom Buchhändler, um uns das Schreiben zu ersparen. Irgendwann in den 90ern gab es Programme wie Supermemo (das munter weiterentwickelt wurde, die jüngste Version stammt von 2008), die uns erlaubten, die Kärtchen virtuell auf dem Computer abzufassen. Auch Mnemosyne hilft Nutzern – in einer sehr gefälligen Optik – dabei, eigene Lernkarten auf ihrem Bildschirm anzulegen. Im Englischen lernen sich sowohl die virtuellen als auch die klassischen Lernakarteien Flashcards – und das ist auch der Name, unter dem diese Informationsträger in ihrer elektronischen Form im Internet hauptsächlich bezeichnet werden. Während bei Supermemo und Mnemosyne die Flashcards gewöhnlich auf dem Rechner der Person bleibt, die sie angelegt hat, setzen viele andere Anbieter darauf, dass das Wissen nicht zu Hause gesammelt wird und versteckt bleibt, sondern für andere zugänglich wird.

Einer der bekanntesten Anbieter unter ihnen ist Cobocards. Jeder Nutzer kann seine Kartensätze über den Browser anlegen und dann für sich behalten oder publizieren (siehe Beispiel im Screenshot). Die kostenlose Version CoboCards-Free erlaubt drei Kartensätze und das Exportieren der Karten und stellt die Publikation frei (zeitweise war hier eine Publikation obligatorisch). Drei Euro im Monate kostet die Nutzung der Profi-Version. Hier ist die Zahl der Kartensätze unbegrenzt, Kartensätze können mit Hilfe von Ordnern organisiert werden und Kartensätze können archiviert werden. Nähere Infos gibt es hier.

Eine Alternative zu Cobocards ist Anki, das nicht nur unter Windows, Linux und Mac OS funktioniert, sondern auch für Freunde des Mobile-Learnings interessant ist. Anki gibt es u.a. fürs iPhone, für die Playstation Portable, Nintendo DS oder auch Smartphones mit Android.

Charmant, wenn auch mitunter etwas hölzern wirkt die Optik des Anbieters Ediscio. Die Nutzung ist komplett kostenlos. Ediscio stellt eine Versionshistorie, das Vergeben von Stichworten und Kategorien sowie eine Kommentarfunktion für alle Lernkärtchen zu Verfügung. Ein Tutorial für Ediscio gibt es hier.

Einen vielversprechenden Eindruck macht auch OpenCards – eine Erweiterung für das kostenlose OpenOffice Impress. Die Idee hier: Nutzer laden fertige Flashcards hoch, so dass andere sie verwenden können (z.B. die Flashcard zu den neuen Bundesländern).

Thomas Mauch weist in seinem Beitrag zu Flashcards darauf hin, dass auch die “Papier- und Bleistift-Fraktion” im Internet hilfreiche Hinweise für die Erstellung klassischer Karteikärtchen finde – z.B. die japanische Schlüsselring-Lernkartei.

Weitere Links:

  • Vokabeltrainer Memomo
  • Millionen englische Lernkarteien bei Flashcardmachine
  • Memorize – ebenfalls mit englischen Flashcards
  • noch mehr englische Lernkarteien bei ProProfs
  • weitere englische Lernkarteien bei Quizlet
  • englischsprachiger Anbieter, dessen Nutzer sich Flashcards teilweise gegenseitig verkaufen: Funnelbrain
  • Lernkartei aus Pappe selber bauen

Nachtrag:

Erwachsenenbildnerin Kornelia Maier-Haefele von Learnabit weist in einem ihrer Artikel außer auf CoboCards und Ediscio auf weitere deutschsprachige Anbieter für Flashcards hin – ichlerneonline.de | lernkartei.de | mindpicnic.de | karteilernen.de.

http://www.learnabit.com/2008/11/cobocards-und-co.htmlLear