Das Problem mit dem Zugang zu teilnehmerbegrenzten Veranstaltungen
Geschrieben von Sascha Kaiser am 27. Oktober 2011
Dieser Artikel möchte eine kleine Diskussionsrunde eröffnen zum obigen Thema eröffnen.
Ich suche nach kreativen und umsetzbaren Vorschlägen, wie sich ein Anmeldeverfahren zu teilnehmerbegrenzten Seminaren/Veranstaltungen elektronisch regeln lässt.
Beispiele für Möglichkeiten der Zulassung: (nicht elektronisch)
Listenaushang an der Tür des Seminarleiters
Prinzip:
- Wer zuerst kommt hat den Platz
Kritik:
- Studierende mit weiter Anreise sind häufig im Nachteil
- Es kam durch schon zu körperlichen Auseinandersetzungen vor Ort
- Personen die bereits in der Liste standen werden mit Tipp-ex übergepinselt und der eigene Name darüber geschrieben…
Losverfahren im Seminar
Prinzip:
- Zufallsverfahren
Kritik:
- Studierende kommen evtl. zum wiederholten Male nicht in die gewünschte Veranstaltung
Beispiele für Möglichkeiten der Zulassung: (elektronisch)
Anmeldung über LMS zu einem festgesetzten Zeitpunkt
Prinzip:
- Das Anmeldeverfahren zu einem Präsenzseminar wird über dessen virtuelles Pendant geregelt. Ein Kurs wird z.B. an einem bestimmten Datum zu einer bestimmten Uhrzeit zur Anmeldung freigegeben.
- Wer zuerst kommt hat den Platz
Kritik:
- Heftiger (virtueller) Andrang auf den Kursraum zur freigebenen Uhrzeit
- Studierende mit langsamen Internetverbindungen und langsamen Rechnern sind im Nachteil
- Durch hohen punktuellen Andrang Serverabsturz möglich.
Alle aufgeführten Lösungen sind nicht ideal (und natürlich auch nicht vollständig).
Wer von Euch/Ihnen hat an seiner Hochschule gute und faire Lösungen zur Einschreibung in teilnehmerbegrenzte Seminare gefunden und kann darüber hier kurz berichten?
Im Idealfall wären dies Lösungsansätze, die über ein LMS geregelt werden können.
4 Kommentare »
am 27. Oktober 2011 um 10:17 1.Christian schrieb …
Ich wäre für eine elektronische Anmeldung per Matrikelnummer. Über die Matrikelnummer kann das System die Semesterzahl des “Bewerbers” abfragen und die Seminarplätze werden unter denjenigen verteilt, die bereits am weitesten in ihrem Studium fortgeschritten sind.
am 21. November 2011 um 22:24 2.Bildungsjunkie schrieb …
Es gibt einen Anmeldezeitraum, in dem sich Teilnehmer mit ihrer Matrikelnummer an- und auch wieder abmelden können. Nach Ende der Anmeldefrist wird gelost.
Bei Pflichtseminaren war es in meinem Erststudium so, dass diejenigen, die im Vorjahr (diese Seminare wurde oft nur im WS oder nur im SS angeboten) keinen Platz ergattert hatten, automatisch dabei waren.
Das wird heute bei den hohen Studierendenzahlen und dem BA-Semesterdruck kaum gehen – aber man könnte Sonder-/Härtefälle dennoch gesondert berücksichtigen. Über die Matrikelnummer kann man ja die Semesteranzahl und evt. die vorangegangenen Lospechrunden nachvollziehen.
am 5. Dezember 2011 um 01:01 3.Oliver schrieb …
Man könnte ein mehrstufiges Anmeldeverfahren über mehrere Tage realisieren. Bei meiner Idee greife ich zusätzlich die Möglichkeit mit der Matrikelnummer auf:
Phase:
Alle Studenten die Interesse an einem Kurs haben melden sich an. Damit des keine Benachteiligung durch eine langsame Datenleitung oder einer langsamen Hardware gibt, sollte die Phase ein paar Tage dauern.
Phase:
Das System erkennt anhand der Matrikelnummern ob jemand diesen speziellen Kurs als Pflichtveranstaltung im Rahmen seines B.A.-, oder M.A.-Studiums belegen muss.
Phase:
Das System erstellt “Anmelde-Tickets” für die in Phase 2 gefilterten Studenten und versendet diese per E-Mail. Um Nachteile einer langsamen Datenleitung oder einer langsamen Hardware entgegenzuwirken könnte ein virtueller “Wartesaal” zum Einsatz kommen: Wenn ein Student mit einem Anmelde-Ticket sich in das Anmelde-System einloggt, dann muss er eine – vorher vom Kursleiter definierte – Zeitspanne im virtuellen Wartesaal warten. Ist die Zeit abgelaufen wird gewartet bis bei allen Studenten das Anmeldesystem geladen ist und alle können sich der Reihe nach anmelden. Gibt es in Phase 2 schon mehr Studenten als freie Plätze, so entscheidet die chronologische Reihenfolge der Anmeldung.
Diese Phase sollte auch mehrere Tage dauern.
Phase 4:
Sollten nach Phase 3 noch freie Plätze zur Verfügung stehen, so wird nun unter den fachfremden Studenten, Erstsemestern etc. die Anmelde-Tickets versendet.
Das Anmeldeverfahren bleibt das gleiche. Also der Wartesaal und die chronologische Reihenfolge bei Überbuchung.
Phase 5:
Sollten sich Studenten während der Dauer des Anmeldezeitraums wieder aus dem Seminar oder der Vorlesung austragen, so können automatsich Studenten erst aus Phase 3 und dann aus Phase 4 nachrücken, oder es wird noch mal eine Phase 6 geben, die gleich mit Phase 3 oder 4 ist.
Joar.. So könnte es gehen… Ist vielleicht nicht ganz optimal… Und das System müsste erst noch realisiert werden… Also ich kenne keins mit den Funktionen, aber das wäre sicherlich eine gute Symbiose mehrerer Anmeldeverfahren…
am 5. Dezember 2011 um 10:35 4.Sascha Kaiser schrieb …
Hi Oliver,
da stimme ich Dir zu. Der Lösungsvorschlag sieht ganz gut und umfangreich aus. Es gibt sicher Systeme mit denen eine Umsetzung möglich wäre – ich denke das bspw. an HIS-LSF – allerdings nicht ohne hohen technischen aufwand.